Plymouth – Falmouth (Gb) – Bayona (Esp) – Povoa de Varzim (Prt) – Gaia (Porto) – Figueira da Foz – Peniche – Oeiras (Lissabon) – Lagos
04.06.2017 – 28.06.2017
Hier der vollständige Törnbericht von Plymouth über die Biskaya nach Lagos im Juni 2017.

1. Tag: Plymouth nach Falmouth
Nach einer mittlerweile gewohnt zeitaufwändigen Anreise über London nach Plymouth am Freitag den 02. Juni, sollte es nach einem ausgiebigen Sicherheitscheck am 04. Juni 2017 endlich losgehen. Obwohl wir die Nordsee und die englische Südküste wirklich liebgewonnen haben, ist es unserer Meinung nach Zeit, endlich in wärmere Gefilde aufzubrechen. Der Schlag sollte eigentlich direkt von Plymouth nach Bayona – südlich des Kap Finsterre führen.
Einzig das Wetter hatte ein Wörtchen mitzureden. Tiefdruckgebiet um Tiefdruckgebiet machte mit Sturmböen und Starkregen in näherer Zukunft einen Start in Richtung Süden unmöglich. Also wurde der Entschluss gefasst schon mal einen Schlag nach Falmouth zu machen und dort die Zyklonenfamilie „abzuwettern“ .
Von dort aus würden wir dann den Schlag nach Bayona zu starten. Wir freuten uns aber dennoch – wurden wir doch durch Schlamperei und unzuverlässige Arbeit bei unserem letzten Besuch um unseren Cornwall-Trip gebracht. Das konnten wir nun nachholen und die englische Südküste „komplettieren“.
Bei 4 Beaufort und nur 1 m Welle ging es am morgen um 07:15 mit ablaufendem Wasser los nach Westen. Im sanften Nieselregen setzen wir Segel und liefen aus dem Plymouth Sound aus. Vorbei an Drake Island winkten wir dem Leuchtturm von Plymouth nochmal zu und los ging es. Eigentlich nur 42sm über Grund, schafften wir den Schlag natürlich nicht in einer Tide und so ging es später gegenan und gegen den Wind. Der Seegang nahm zu und es wurde etwas rauher. Am Abend zeigte der Plotter 60 sm über Grund und wir liefen in der späten Abenddämmerung um 22:00 in Falmouth im Port Pendennis ein. Wir wurden ins Päckchen an eine Sun Odyssey 36 unter norwegischer Flagge (Le Soleil) gelotst und waren nach dem Tag ziemlich geschafft. Leider konnten wir wegen des schlechten Wetters für die nächsten 6 Tage nicht auslaufen und hatten reichlich Zeit uns zu erholen, Cornwall und die Pubs zu erkunden, und Bekanntschaft mit Paula und Kristian von der Le Soleil zu machen.
Es sollten wetterbedingt nun sogar 7 Tage werden, die wir hier verbringen sollten. Nach dieser Woche waren wir aber auch wirklich froh als die ARC -Rally-Control ein ausreichendes Wetterfenster ausgemacht hatte, um den Startschuss am 11.06.2017 um 09:00 anzukündigen. Vorbildlich nutzten wir den letzten Tag noch um einige Mahlzeiten vorzukochen, was sich besonders zu Beginn unseres Schlages bezahlt machen sollte. Selbst ist der Skipper -und so beschlossen Angelika und ich, bereits früher die Leinen los zu werfen um einige Stunden vernünftiger Tide und Windes mehr zur Verfügung zu haben.
2. – 6. Tag: Falmouth nach Bayona – über die Biskaya 11.06. – 15.06.
Am 11.06. ging es nun endlich los. Die Biskaya sollte kommen. Mit dicker Merino-Wäsche und ins Ölzeug eingepackt, warfen wir am frühen Sonntagmorgen um 0500 UST im Port Pendennis die Leinen los. Vorbei an den beiden Marineschiffen und dem Pendennis Castle ging es nun straight nach Süden !
Mit gesetzer Genua und Groß passierten wir gegen 05:30 den Black Rock, der mitten in der Bucht von Falmouth steht. Der Wind kommt dummerweise aus südwest mit einer Stärke von 3-4 Bft., so dass wir schon in der ersten Stunde von unserem „Wunschkurs“ abweichen, und relativ hart am Wind bleiben müssen um nich zu viel nach Osten abzudriften. Nach ca. 1 Stunde verschwindet England langsam hinter uns im Dunst und wir sind guter Dinge. Die Insel hat uns los. Endlich.
Im Verlauf des Tages nimm der Wind etwas zu, leider auch der Schwell – und so Segeln wir bei 4-5 Bft und Wellen von nunmehr guten 3 Metern Höhe südwärts. Naja, eher ein wenig SSE-wärts, was an unseren Nerven ein bisschen nagt. Ursprünglich wollten wir das Verkehrstrennungsgebiet (VTG) vor der Insel Ouessant bei Brest seewärts umfahren. Im Laufe des Tages wurde der Plan geändert und uns war klar, dass wir das VTG wegen des Windes und der Wellen landnah passieren mussten. Nun sah es so aus, dass uns Wind und Strömung wohl soweit nach Osten versetzten könnten, dass wir am Ende nochmals nach NW aufkreuzen würden müssen. Ohje, das kostet uns nen halben Tag, wenn das so kommt.
Glücklicherweise drehte der Wind noch ein bisschen auf WSW und die Tide half mit, so dass wir bei Nacht „haarscharf“ – gegen 0110 – die „Ouessant Inshofe Traffic Zone“ erreichten, die wir äusserst rasant durchquerten.
Wenn ich schreibe „wir“ – dann meine ich in diesem Falle Angelika. Dummerweise war mir durch Kälte, Wind mit Bft 5 und Wellen von 3-4m „gegenan“ so übel, dass ich nur beratend tätig sein konnte. Ich war in meinem Leben noch nie seekrank und konnte mir das bislang nicht vorstellen, aber es ist einem wirklich elend. An Essen war nicht zu denken, der Magen krampft sich zusammen und der schnelle Tod klingt doch verlockend. Das Schiff macht bis dato unbekannte Geräusche, knarrt und ächzt, und man kann sich kaum vorstellen, dass unser Bootchen den Naturgewalten (obwohl die Wetterbedingungen durchaus moderat waren) überhaupt trotzen konnte. Vermutlich würden wir in Kürze auf dem eiskalten Grund der Nordsee enden. Ist ja jetzt auch egal. Ich musste sogar kurz spucken. (Obwohl ich mir immer noch einbilden möchte, dass dies alles dem „Gammelsteak“ vom Vorabend geschuldet war. Das war nicht soo lecker).
Nach einem kurzen Schläfchen übernahm ich dann das Ruder, zwang mich zu einem heissen Tee- und die Seekrankheit war so schnell weg wie sie gekommen war. Der Sonnenaufgang sollte kommen, das Wetter blieb unverändert stabil und die Sonne kam raus!
Chimichangas Geräusche wurden (subjektiv) angenehmer und mir wurde bewusst, dass unser stolzes Bootchen diese Herausforderung mühelos meistern würde. Die Episode dauerte nur ca 2-3 Stunden an -und war doch sehr lehrreich. In Zukunft kann ich mit jedem armen Matrosen absolut mitfühlen, der unter der „Geißel der Seefahrt“ leidet.
Nun verschwand die Bretagne langsam hinter uns am Horizont. Nach einigen Stunden schaute mich Angelika ernst an… „Nun ist es soweit: zum ersten mal in unserem Seglerleben sehen wir rundum kein Land mehr“. Keine Insel und kein weiteres Boot.
Allein….
Das Gefühl der Weite und der Freiheit war überwältigend.

Nachdem wir wegen Kälte und Ermüdung aufgrund des schwereren Wetters anfangs nur im zwei-Stunden Wachsystem Ruder gehen konnten, war es uns im Verlauf nun möglich die Schlafphasen auf drei Stunden zu erhöhen. Das Wetter wurde allmählich besser und wir fielen nicht mehr durchgefroren in die Kojen. So verging der 12.06. eher ruhig und wir konnten die Situation langsam richtig geniessen.
Am übernächsten Tag, den 13.06.2017 um 15:10, als wir bei angenehmen 2-3 Bft. – mit gesetzem Gennaker- die Position in die Seekarte eintrugen, wurde uns mit einem mal bewusst: Nach Norden waren es nun ca. 150 sm zum nächsten Land, nach Süden Richtung La Coruna, nun auch ca 150 sm. Nach Westen kommt nun erstmal nichts bis Amerika, und nach Osten liegt das nächste Land 220 sm entfernt. Meerestiefe (Land nach unten) satte 4442 m ! – Nun ist also gut 300km Wasser um uns herum.
Pos. 12.06. 1510 : 46°08.0’N – 006°57,5’W
So segelten wir bei moderaten Windverhältnissen die nächsten beiden Tage voran, immer mal wieder unter sparsamen Motoreinsatz bei zwischenzeitlich einsetzender Flaute. Am Abend des 13.06. haben wir einige größere Wale sehen können die majestätisch und gemütlich unseren Weg kreuzten. Zu Angelikas Beruhigung aber nur kurz, wir haben die grauen Riesen wohl nicht weiter interessiert. Sehr beeindruckend diese Tiere!
So ging es weiter mit wechselnden Wind und Flautenfeldern wo doch die ein oder andere Motorstunde zum Einsatz kam. Ein bisschen machte uns die vermeintlich defekte Tankuhr zu schaffen, weil wir nie wussten wieviel Diesel uns im „Ernstfall“ noch zur Verfügung stand. Angelika fasste sich ein Herz- und den Werzeugkoffer und öffnete in einer ruhigeren Phase die Inspektionsluke des Tankes um nachzusehen. Auch eine Möglichkeit. Noch gut gefüllt. Wäre ihr das nur ein paar Tage früher eingefallen, wir wären wohl etwas großzügiger mit dem Motoren umgegangen.
Am Mittag des 15.06 kam endlich das Kap Finisterre in Sicht. Wir hatten schon einiges über den Kapeffekt hier gehört und näherten uns in gebührendem Abstand. (Das war im Nachhinein der Fehler).
Der Wind nahm stetig von achtern zu und die Wellen gewannen ordentlich an Höhe.
Der Kapeffekt nahm uns voll mit. Wind und Welle von achtern (zum Glück) mittlerweile ständig zwischen 6 und 8 Bft. Mit der zweifach gerefften Fock und dem zweiten Reff im Groß rasten wir die Wellenberge hinauf und hinab. Zu aller Nervosität – waren wir mit der Chimichanga ja noch nie in solchen Bedingungen unterwegs- kam noch ein schlecht verständlicher Funkverkehr einer Yacht in Seenot und der Küstenfunkstelle herein. Das hat die Nerven nicht gerade beruhigt. Wenig später kam ein Hubschrauber der Seenotrettung heran und stand gefühlt einen Meter über unserem Masttop. Super – noch mehr Wind ! Als klar war, daß wir nicht die gesuchte Yacht in Seenot waren zog der Helikopter weiter. Aufregend… Wir hatten ohnehin genug zu tun die stürmische See auszusteuern.
Wir hofften auf eine Besserung der Umstände gegen Abend – und wurden herb enttäuscht. Nach Einbruch der Dunkelheit zog eine dichte Wolkendecke auf und hüllte uns erstmals auf unserer Passage in pechschwarze Nacht. Als hätte man uns in einem Vogelkäfig eine dicke, schwarze Decke übergezogen. Der Wind und die Wellen nahmen dummerweise weiter zu und wir mussten das Vorsegel vollständig bergen. Hier zeigte sich dass jeder recht hat, der sagt – eine zweifach gereffte bis fas vollständig geborgene Rollfock kann bei Starkwind nicht gefahren werden. Die ersetzt absolut keine Sturmfock. Trotzdem nahmen wir weiter an Geschwindigkeit zu und wir waren froh um das dritte Reff im Groß.
Eine gespenstische Situation entwickelte sich. Wir rasten ohne jegliche Sicht durch die pechschwarze Nacht , sahen die Wellen erst kurz bevor sie sich hinter uns aufbauten – und wurden immer schneller. 3-4 meter Berge mit weisser Krone.
Chimichanga machte durchschnittlich 7 Knoten im dritten Reff mit vollständig geborgenem Vorsegel. Spitze über Grund 11kn. Unmöglich. Wir näherten uns der zerklüfteten Küste mit vielen vorgelagerten Inselchen, von denen nur ab und an wenige grüne und rote Feuerchen zu erkennen waren. An deren (wirklich bei Wellen und Sturmböen schlecht eindeutig zu beurteilenden) Kennungen hangelten wir uns nervös in die Bucht von Bayona. Hier wurden wir mit Wind und Wellen von backbord nochmal kurz an unsere Grenzen gebracht, bevor wir dann in den super geschützten Hafen von Bayona einfahren konnten.
Beim nachträglichen Lesen unserer Logbucheinträge dieser Fahrt gruselt es uns heute noch !
Um 03:30 am Morgen des 16.06. lagen wir (erstmals!!) römisch-katholisch an einer Mooring am Schwimmsteg des Monte Real Club de Yates Bayona – und die ganze Anspannung des Tages fiel mit einem mal von uns ab. Ohne Wind war nun trotz der späten Stunde kein Ölzeug mehr nötig – und wir liessen, trotz der absoluten Erschöpfung, die Anstrengung der Passage bei einem Sherry auf Deck abfallen.
Dann aber nichts wie in die Koje und zum ersten Mal seit Sonntag : Ausschlafen!
Nach ca zwölf Stunden Schlaf begann das süße Leben. Tapas, Paella, Sonne und Estrella Galicia satt für 4 Tage. Bayona überraschte in jeder Weise und ist auf jeden Fall einer unserer Lieblingsorte „ever“ geworden.
7. Tag: Bayona nach Póvoa de Varzim 19.06.2017
Nachdem wir Bayona wirklich liebgewonnen haben und ausgiebig geniessen konnten, ging es mit aufgetankten Kraftreserven heute „nur“ ca 55 Seemeilen nach Póvoa de Varzim. Kurz nach der Hafenausfahrt zog doch relativ dichter Nebel auf und wir fuhren unter Radar südwärts. Fein so ein Gerät. Gegen Mittag lichtete sich der Nebel und wir konnten sogar mal mit dem Spi fahren. Segeln kann so schön sein.
Um 19:25: Hafeneinfahrt in Póvoa de Varzim in den (ausser bei Westlage) gut geschützen Hafen. Einen Stempel fürs Meilenbuch abgeholt – und ab ins Städtle. Beim Yachtclub im „Sailor man and Friends“ gab es ein traditionelles Reisgericht mit Fleisch (Ente ? Hase? – wir werden es nie erfahren). Sehr lecker und mit gutem Super Bock ein wahrer Genuss.

8. Tag: Póvoa de Varzim nach Porto 20.06.2017
Der Schlag am nächsten morgen sollte nur ein Kurzer sein. Gute 15sm von Póvoa nach Porto wo wir unter spektakulärer Kulisse in den Rio Douro und die Marina, die eigentlich in Gaia – also auf der „rechten“ Flusseite, mit super Blick auf Porto liegt- einliefen.
Um 13:50 festgemacht, blieb viel Zeit ein ausgiebiges Bad im Fluss zu nehmen und dann die Stadt zu erkunden !
Über Porto könnte man unendlich viele Worte verlieren – pulsierendes Nachtleben, unzählige Sehenswürdigkeiten und so weiter. Wir kosteten Porto voll aus – inklusive Tuk-Tuk Tour, Portwein-Keller und zu guter letzt mit gegrilltem Fisch downtown in Gaia.
Wir waren unglaublich stolz Porto auf eigenem Kiel zu erreichen und zu erleben.
9. Tag: Porto nach Figueira da Foz 22.06.2017
Nach einem wunderbaren Landtag in Porto und Gaia, wo wir auch unsere Vorräte wieder etwas aufstocken konnten, ging es bei diesigem Wetter und relativ dichter Bewölkung in der Frühe weiter gen Süden. Endlich setzte auch ein stetiger Nordostwind ein und wir segelten mit gesetztem Gennaker gemütlich „downwind“ gen Figueira da Foz.
Die kleine aber ruhige Marina liegt, wie die meisten in diesem Revier, in einem Flussdelta und ist bei auflandigem Wind oder Brandung schwer bis gar nicht anzulaufen. In unserem Falle war die abendliche Ansteuerung kein Problem und wir konnten den Abend im Yachtclub bei gegrillten Sardinen „all you can eat“ ausklingen lassen. Die Sardinen sind ein Nationalgericht in Portugal und werden ganz „mit Stumpf und Stiel“ mit etwas Kräutern und grobem Salz auf Holzkohle gegrillt. Hier konnte ich den Locals die einzig wahre Art diese zu verputzen abschauen. Auf ein Brot als Unterlage gelegt, werden die knusprig gegrillten Fische wie ein Maiskolben abgenagt. Allerdings unter Schonung der (bitteren) inneren Organe… Nach einigen Versuchen (und Gläsern des leckeren Rotweins) klappte das ganz gut. Die immer wiederverwendete, am Ende gut mit Fett und Salz getränkte Brotscheibe bildet quasi den Nachtisch….
Je öfter mans probiert- desto besser schmeckt es dann ;-))
10. Tag: Figueira da Foz nach Peniche 24.06.2017
Nach einem guten Frühstück um die kommenden 55 Seemeilen nach Peniche gut zu überstehen legten wir gegen 0800 in Figueira da Foz ab und setzten die Segel um weiter gen Süden zu kommen. Bei etwas bewölktem Himmel kamen wir bei gemütlichen 3-4 Bft und Wellen von 1-2m gut voran. So schön kann Segeln sein. Gegen 1630 passierten wir die malerischen Berlengas und es kam der Leuchtturm vom Cabo Carvoeiro in Sicht. Es ist immer wieder genial – und eine wahre Freude – mit einfachen Mitteln zu navigieren. Ich bestimmte den Schiffsort durch Feuer in der Kimm , Peilung etc. Und lag wirklich kaum daneben. Der Plotter ist bei uns an Bord nach wie vor nur „Backup“ – das Navigieren mit Papierkarte und Zirkel macht uns immer noch so viel Spass wie am Anfang.
Nach einem wunderbaren Segeltag legten wir uns schliesslich an einem der Schwimmstege, die für die Yachten vorgesehen sind, als 5. ins Päckchen ! Sportschiffahrt steht in diesem Hafen eben nicht im Vordergrund und für uns war dies mal eine willkommene Abwechslung.
Peniche ist ein Fischerhafen mit Fischkonservenfabrik und eben keine Marina. Der Yachtclub betreibt im Endeffekt ein paar Schwimmstege im Hafenbecken. Das macht für uns aber hier den Charme aus! Hier passiert noch richtige Fischerei. Das merken wir auch am immensen Schwell den die zahlreichen Kutter rund um die Uhr beim ein- und auslaufen produzieren. Aber am Abend können wir unsere Bettschwere mit frischem Fisch und einem Gläschen guten Wein erhöhen. Wir treffen den Bürgermeister von Peniche, der uns eine Dose hier vor Ort produzierten Sardinen in die Hand drückt. Was kann es als Gastgeschenk schöneres geben ?
11. Tag: Peniche nach Oeiras (Lissabon) 25.06.2017
Nachdem wir gestern in Peniche einen geschäftigen Fischereihafen besucht haben kam heute das Kontrast-Programm dran. Nach einem ziemlich ruhigen Segeltag mit nur sehr leichten Wind von 1-2 Bft aus NE und somit leider einigen Motorstunden, legten wir die 51 sm zurück und steuerten am Abend Oeiras, einen Vorort von Lissabon an. Segelspass brachte zum Ende hin nur der Kapeffekt vor dem Cabo Raso. Die Marina Oeiras liegt im Delta des Tajo der bei Lissabon ins Meer mündet. Die Anfahrt ist eindrucksvoll, mit der Ponte 25 de Abril und den Lichtern der Großstadt. Von Oeiras ist das Zentrum von Lissabon mit dem öffentlichen Nahverkehr bestens zu erreichen. Leider gab unser Zeitplan durch die „verlorene Woche“ in Falmouth, eine Erkundung von Lissabon nicht zu und wir mussten uns mit einem schönen Abendessen begnügen. Lag doch morgen unser letzter Schlag vor uns. Lissabon wollten wir im Rahmen unseres nächsten Urlaubs nochmal ausgiebig erkunden – denn Chimichanga soll ja nun für ein Jahr in Portugal liegen.
Wir verabschiedeten uns von der Le Soleil Crew- war uns Skipper Kristian mittlerweile ja schon ans Herz gewachsen- mit einem „Freundschafts-Stander“ der von nun an – ab und an – auf der Le Soleil flattern kann.

12. + 13. Tag: Oeiras nach Lagos 26.06. – 27.06.2017
Der letzte Abschnitt dieses Törns sollte mit 130 sm nochmal etwas mehr als 24h dauern und wir freuten uns schon richtig auf den Segelspass mit Nachtschlag.
Dieser Schlag brachte nochmal alles mit sich, was einen perfekten Segeltörn ausmacht! Geniale, konstante 3-4 Bft – ablandig aus West, Wellengang von 1 -1,5m und strahlender Sonnenschein. Ein unglaublicher Sonnenuntergang zum Abendessen und wir machen uns langsam fertig für die Nachtwachen. Erstmals in diesem Urlaub konnte ich meine Freiwache draussen im Cockpit geniessen, da die Temperaturen nun auch bei Nacht wunderbar waren.
Chimichanga segelte perfekt und ruhig dem Süden entgegen. Die Nacht war zauberhaft klar. Auch ein paar Delfine begleiteten uns ein Stück. Es kann nicht schöner sein.
Kurz vor Sonnenaufgang blinkte uns schon verheissungsvoll das Feuer des Leuchtturms auf dem Cabo de Sao Vincente entgegen, der für uns praktisch das Tor zur Algarve bedeutet. Diesen umrundeten wir im Morgengrauen gegen 0630 und steuerten Lagos an.
So segelten wir am frühen morgen in der Sonne, ganz nah an den imposanten Felsformationen der Algarve, vor grandioser Kulisse richtung Lagos.
Am 27.06.2017 liefen wir um 09.30 in Lagos und dem Ziel des Törns ein. Mit 1004 Seemeilen und unglaublichen Eindrücken im Kielwasser legten wir, nachdem sich die Zugbrücke hinter uns schloss, an unserem neuen Liegeplatz an.
Eigentlich wollten wir an der Algarve nun bis ins nächste Frühjahr bleiben und das Revier etwas erkunden. Daraus sollten doch dann knappe 2 Jahre werden…… Das wussten wir zu dem Zeitpunkt aber noch nicht……


